Geburt

Wie häufig ist die Gefahr eines Dammschnittes oder des "Reißens" bei der Geburt? Wie schlimm ist das und kann es wieder so genäht werden, daß alles wieder so ist wie zuvor?
  • Ihre Frage kann ich nur aus unserer Sicht beantworten: die Rate an Scheiden-Damm-Schnitten beträgt ca. 10%. Von den verbleibenden 90 % haben rund die Hälfte der Frauen keine Verletzung, die andere Hälfte einen Riss, der mit ein bis drei Nähten versorgt werden muss. Die restlichen Frauen benötigen eine Naht, die im Ausmaß einem Scheiden-Damm Schnitt entspricht. Ca. 0,3% der Frauen haben einen Riss, bei dem auch der Schließmuskel des Afters bzw. der Enddarm verletzt sind. Aber: egal, wie viel verletzt worden ist: es kann immer durch Nähte entsprechend versorgt werden.
Mein Baby liegt in der 37. Woche noch immer im Steißlage, wobei der Arzt meinte, noch wäre es in einer "günstigen" Steißlage. D.h. Sollte das Kind sich nicht drehen oder in eine "falsche" Position kommen, könnte ich vaginal entbinden. Ich mache jetzt Moxen/Akupunktur, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind sich noch dreht ab der 37. Woche? Gibt es sonst noch etwas das ich machen kann, um die Drehung zu fördern? Ich habe die Indische Brücke fünf Mal versucht, aber hatte Angst, daß ich etwas falsch mache und außer das es unangenehm für mich und mein Baby war, hat es nicht sehr viel gebracht. Meine Hebamme meinte, es ist üblich bei Steißlage-Geburten schon im vornhinein - als Sicherheitsmaßnahme für´s Baby - einen Dammschnitt zu machen. Ist das wirklich notwendig? Sie meinte, daß die Ärzte öfters schon im Voraus eine Epiduralanästhesie empfehlen, da es bei Notfällen zu einem Kaiserschnitt kommen könnte, aber es ist meine freie Entscheidung, ob ich das machen will. Sie meinte auch, dass statt sich selbst eine Position auszusuchen, einem eher gesagt wird welche Stellung man einnehmen soll, da der Geburtsablauf anders ist und es leichter zu Komplikationen kommen kann. Ich möchte meine Geburt so natürlich wie möglich gestalten können, auch wenn es ein Steißlagen-Geburt ist. Nur weiß ich natürlich nicht was gut/nicht gut - erlaubt/nicht erlaubt ist, und hole immer gerne eine zweite Meinung! Gibt es Informationen oder Ratschläge die ich mir holen kann, oder die das Nussdorfteam geben kann?
  • Babys in Steißlage sind an sich nichts "Schlimmes". Die meisten von ihnen werden unter guter Betreuung ganz normal vaginal geboren. Aber Sie müssen sich schon bewusst sein, dass die Kaiserschnittrate bei Babys, die "verkehrt herum" liegen, deutlich höher als bei Schädellagen ist: bei uns acht gegenüber 40 Prozent. Wir schlagen deshalb nach mißglückter indischer Brücken und erfolglosem Moxen einen Versuch der äußeren Wendung vor. Das gelingt lt. wissenschaftlichen Studien in ca. 55%. (siehe auch "Beckenendlage")
Ich bin in der achten Woche mit meinem zweiten Kind schwanger. Meine Frage wäre, ich hatte bei der Geburt meiner ersten Tochter einen ziemlich starken Blutverlust, die Ärzte konnten mir aber nicht sagen warum. Jetzt meine Frage: Ich habe jetzt natürlich Panik, dass bei meinem zweiten Kind das wieder passiert bzw. noch schlimmer ist, und ich vielleicht sogar Blutkonserven benötige. Gibt es irgendeine Möglichkeit dem vorzubeugen?
  • Meistens ist ein starker unerklärlicher Blutverlust bei einer Geburt ein Zufall und mit keinem Wiederholungsrisiko behaftet. Ich schlage Ihnen aber trotzdem zwei Vorsichtsmaßnahmen bezüglich der bevorstehenden Geburt vor: 1.Lassen Sie durch genaue Blutuntersuchungen klären, ob es bei Ihnen irgendein Blutgerinnungsproblem gibt, und 2.sorgen Sie für ein gutes Blutbild in dieser Schwangerschaft durch Konsum von Eisen- bzw. Blutbildungssäften. Aber halten Sie sich auch folgendes vor Augen: die Natur hat Frauen optimal für den Vorgang Geburt ausgerüstet. So nimmt das Blutvolumen während der Schwangerschaft um ca. 1,5 Liter zu, d.h. diese Menge können Sie auch ohne Risiko verlieren!
Ich hatte bei meiner ersten Schwangerschaft einen erhöhten Blutdruck. In der 42. SSW hatte ich wegen dem HELLP-Syndrom einen Kaiserschnitt. Wie groß ist die Gefahr bei einer eventuellen zweiten Schwangerschaft? Kann man Voraussagen treffen?
  • Mit großer Wahrscheinlichkeit wird beim zweiten Kind gar nichts sein. Insgesamt liegt vieles rund um das HELLP-Syndrom im Dunklen. Aber: es gibt eine Form - und die scheint die häufigere zu sein - die genetisch bedingt ist. Und der genetische Fehler "repariert" sich von selbst, sodass bei der zweiten Schwangerschaft keine Krankheit mehr auftritt. Es gibt allerdings auch eine Form, die von Mal zu Mal stärker wird. In meiner Praxis habe ich in den letzten Jahren nur die erste Variante erlebt.
Ich befinde mich in der 39. Schwangerschaftswoche, und der Arzt hat bei einem Abstrich festgestellt, dass sich Streptokokken-B in meiner Scheidenumgebung befinden. Seit über 10 Jahren befinde ich mich in ausschließlich homöopathischer Behandlung, habe mein erstes Kind zwei Jahre gestillt, und es war noch nie krank. Ich habe eine Hausgeburt, wie beim letzten Mal geplant, und möchte gerne wissen, wie Ihre Vorgehensweise bei einem positiven Streptokokken B-Befund ist. Meine Hebamme überlässt die Entscheidung den Eltern, ob prophylaktisch Penicillin bei der Geburt gegeben werden soll, oder nicht. Deshalb möchte ich gerne verschiedene Meinungen, und nicht nur klassisch schulmedizinische, sammeln.
  • Hier die Datenlage und unsere Vorgangsweise bei Strepto B. Es handelt sich um eine stille und für eine erwachsene Frau harmlose Infektion. Ganz anders sieht das für das Baby aus: es könnte damit angesteckt werden und jede Art von Infektion u.a. Lungen. bzw. Hirnhautentzündungen bekommen (was unter Umständen zu bleibenden Schäden führen kann). Soweit das Besorgniserregende. Jetzt relativiere ich das: 20 % aller Frauen haben eine solche Infektion, von diesen 20 % stecken sich wieder 20% der Babys an. Insgesamt, wenn man nicht untersucht, ist die Ansteckungswahrscheinlichkeit daher 4%. Nach heutigem medizinischem Standard sollte frau daher unter der Geburt alle acht Stunden - je nachdem wie lange die Geburt dauert - ein Penicillin intravenös bekommen. Das gilt absolut bei Frühgeburten und bei vorzeitigem Blasensprung. Bei rechtzeitigem Blasensprung scheint das nicht nötig zu sein. Wir informieren Frauen in diesem Sinn, haben allerdings keinen Einwand, wenn eine Frau generell - also den genannten Faktoren - keine Behandlung möchte. Homöopathie ist bei akuten bakteriellen Infektionen der Schulmedizin unterlegen. P.S.: erwachsene Frauen zu behandeln, ist eher nutzlos: die Infektion bleibt meist weiter bestehen.