Was ist wenn ? - aus der Sicht einer Frau
von Karin Tzschentke
Gibt es einen Anspruch auf ein gesundes Kind? Eine Frage, auf die vermutlich nur wenige mit einem klaren Ja oder Nein antworten können und wollen.
Aber es gibt eine Tendenz in unserer Gesellschaft, die viele Ärztinnen und Ärzte dazu drängen könnte, alle Methoden der pränatalen Diagnostik unkritisch anzuwenden, um im Falle der Geburt eines behinderten Kindes nicht rechtlich belangt werden zu können.
Und es gibt eine durch die Genforschung provozierte Tendenz, sich eines Tages das "Traumkind" zusammenmixen zu lassen, eines ohne Fehl und Makel.
Sowohl die Möglichkeiten als auch die Qualitäten der Untersuchung des Kindes im Mutterleib haben sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Anatomische Abweichungen und Störungen der Erbinformation lassen sich immer besser vorhersagen. Das ist einerseits gut so. Keine Frau sollte in einer Gesellschaft, in der das Leben mit gesunden Kindern schon nicht immer einfach ist, gezwungen sein, ein behindertes Kind austragen zu müssen.
Doch nur selten wird darauf hingewiesen, dass viele Untersuchungsmethoden alles andere als "sicher" sind. Und noch weniger wird darüber nachgedacht, daß ein Untersuchungsergebnis auch verunsichern kann. Es kann zum Beispiel die Freude am ungeborenen Kind bzw. an der Schwangerschaft schnell in das Gegenteil umschlagen lassen.
Was folgt daraus?
Nicht nur an den Methoden der Pränataldiagnostik sollte gearbeitet werden, sondern auch an der Frage "Was ist wenn?".
Hierauf gibt es noch viel zu wenig Antworten.
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