Spätschwangerschaft

Wir, das sind Michiyo und ich, stehen vor der Rückreise nach Europa, und sind in der 6. Woche schwanger. Die Rückreise ist für Ende Februar nächsten Jahres geplant. Bis zur welchen Schwangerschaftswoche ist eine Flugreise, vor allem eine längere, bedenkenlos.
  • Ganz prinzipiell kann man die ganze Schwangerschaft hindurch fliegen. Schwangere Stewardessen dürfen nicht fliegen. Das deshalb, weil die ständige Höhenstrahlung eine Gefahr für das Baby darstellen könnte. Mehrere Langstreckenflüge hingegen sind unbedenklich. Die Fluggesellschaften verlangen ab der 32. Schwangerschaftswoche eine ärztliche Bestätigung. Das deshalb, weil einerseits ein ungeplanter Zwischenstopp eines Jets viel Geld kostet, und andererseits, weil in einer Flugzeugkabine ein Unterdruck wie in einer Höhe von ca. 2500 m Seehöhe herrscht. Unterdruck bedeutet einen relativen Sauerstoffmangel, der an sich ungefährlich ist, aber bei einer wehenbereiten Frau Wehen und damit die Geburt auslösen kann. Dagegen wollen sich die Airlines absichern.
Haben Sie Erfahrungswerte mit südlichen Urlaubszielen am Meer, die im Notfall auch die Möglichkeit bieten würden, ein gutes Spital zu erreichen?
  • Da können wir leider nicht helfen. Erkundigen Sie sich einfach bei Ihrem Reisebüro nach der medizinischen Versorgung an Ihrem gewünschten Urlaubsziel.
Ich habe folgende Beschwerden: Ein Ziehen im Unterbauch von Anfang der Schwangerschaft an. Ist das normal?
  • Das ist nichts Abnormales!
Ich bin 25, und habe vor zwölf Monaten meinen zweiten Kaiserschnitt gehabt. Es gab nie wirklich erkennbare Gründe. Beide Kinder sind nicht "schnell" genug runtergerutscht, daher auch Muttermund nicht aufgegangen. Beim zweiten Kind wurde eine PDA gemacht, danach hat sich das Kopferl langsam gesenkt (ich glaub auf -3) Muttermund 3 cm offen. Die PDA wurde am frühen Nachmittag gemacht, um 19 Uhr am Abend wurde dann entschieden, daß geschnitten wird. Obwohl ich fest der Meinung war, daß mein Zwerg einfach noch nicht so weit war. Aber mitten drinn ist es halt schwer aufzuhören. Das erste Kind wurde einen Tag vor Termin eingeleitet (weil angeblich so groß, 3800 Gramm), das zweite Kind wurde vier Tage nach Termin eingeleitet (weil angeblich so ungeheuer groß, 3876 Gramm). Meine Frage ist nunmehr, sollte ich jemals noch ein 3. Kind bekommen, hab ich dann noch Chancen normal zu entbinden? Welcher Arzt bzw. welche Klinik läßt es mich zumindest probieren? Ich habe sehr unter meinen Kaiserschnitten gelitten. Daher stellen sich so viele Fragen in Bezug auf ein weiteres Kind. Die meisten Mediziner sagen sofort "geplanter Kaiserschnitt". Ich bin trotzdem der Meinung, daß nach einer umfangreichen Untersuchung (vielleicht Becken zu schmal?) ich zumindest die Chance haben sollte. Ach ja, die letzte Hebamme meinte, daß ich ja auf Grund meines Übergewichtes keine "gscheiten" Wehen haben kann. Muß ich mir sowas anhören?
  • 1. Zuerst das Negative: Sie müssen bei einer dritten Geburt mit 80 - 90 % wieder mit einem Kaiserschnitt rechnen. Anders gesagt: sie haben 10 - 20% Chance auf eine vaginale Geburt.
  • 2. Ihren Angaben entnehme ich einmal, dass die PDA viel zu früh gelegt wurde, d.h. letzten Endes vielleicht sogar die Einbahnstraße zur Sectio war.
  • 3. Zum Gewicht der Kinder sage ich nur soviel: im Prinzip bekommt jede Frau die Kinder, die gewichtsmäßig zu ihr passen. Punkt. Darüber hinaus waren ihre Kinder ja ohnehin normalgewichtig! Anders gesagt: möglicherweise war die unnötige Geburtseinleitung per Kaiserschnitt am Ausgang wesentlich beteiligt.
  • 4. Wo können Sie eine(n) GeburtshelferIn finden, die nicht a priori wieder zum Kaiserschnitt rät. Sicher weiss ich das nur von der Semmelweisklinik.
  • 5. Zu dem Kommentar "Übergewicht & Wehen": Ist nichts darüber bekannt.
Bin Erstgebärende (37 Jahre) in der 25.SSW. Seit zwei Wochen kommt es häufig zu einem Hartwerden des Bauches (ohne Schmerzen), Manchmal bis zu 15-20 Mal pro Tag (Dauer höchstens 10 Sekunden). Ich nehme ein bis zwei Magnosolv pro Tag. Die Herzaktion und CTG ist nach einem solchen Tag untersucht worden, dabei war alles in Ordnung. Meine Frage an Sie: ist das normal? Hat die Häufigkeit etwas zu bedeuten?
  • Ihre Beschwerden sind lästig, aber nicht gefährlich. Erst Kontraktionen, die zwischen 30 und 60 Sekunden dauern, können im Sinne einer möglichen Frühgeburt gefährlich werden. Ganz prinzipiell sollten Sie sich fragen, ob Sie beruflich oder privat überfordert sind, und falls ja, entsprechende Schritte setzen (Arbeitsfreistellung, Besprechen der Probleme, etc.). Bei Erhöhung der Magnosolv-Dosis auf Einnahme zwischen den Mahlzeiten achten, da sonst Durchfall auftreten kann.
Ich war immer wieder (leider nur manchmal regelmäßig) gerne Joggen und hätte auch jetzt noch gute Lust dazu. Ist das prinzipiell ein Problem, wenn es mir dabei gut geht?
  • Kein Problem - solange es Ihnen gut geht. Das Überforderungssymptom schlechthin sind Kontraktionen. Sobald Sie welche haben, gehen Sie langsam zurück oder lassen sich holen. Bedeutungsvolle Kontraktionen dauern zwischen 30 und 60 Sekunden und treten mindestens 3-mal pro Stunde auf. Im Zweifelsfalle sollten Sie Ihre Frauenärztin aufsuchen. NB.: Kontraktionen nach einem sexuellen Höhepunkt haben meist ein Muster wie das beschriebene, sind aber harmlos.
Wie ist die Indische Brücke durchzuführen? Ich bin in der 35. Woche und das Kind liegt noch quer, mit Tendenz Kopf nach unten.
  • Es gibt drei Varianten der Indischen Brücke (siehe auch "Indische Brücke" weiter unten auf dieser Seite).
  • 1.Pölster 20 cm hoch (bei Belastung) übereinander legen und sich kreuzhohl darüber legen.
  • 2. Zwei 20 cm hohe Pölster vor eine Wand legen, Po auf die Pölster und die Beine senkrecht an die Wand legen.
  • 3.Partner setzt sich mit gegrätschten Beinen auf den Boden und Frau legt sich zwischen die gegrätschten Beine auf den Rücken und legt die Beine über die Schultern des Partners. Dauer: 10 Minuten täglich bis sich das Baby in Schädellage begibt. Das spürt Frau meist, indem sich die Kindesbewegungen anders anfühlen. Dann mit der Übung pausieren und eine Ultraschalllagekontrolle machen.
Bei unserem letzten Besuch bei Ihnen vergaß ich zu fragen, wie es denn mit meinen Solarienbesuchen aussieht: Ist dies schlecht für das Baby?
  • Nur kurz, da hohe Temperaturen (auch Sonnenbad!) Stress für das Ungeborene bedeutet ( erhöhte Herzfrequenz).
Falls ich das Solarium weiter besuche, bekomme ich durch den veränderten Hormonhaushalt vermehrt Pigmentflecken?
  • Nein
Außerdem wurde mir von allen Seiten zu einer Zusatzernährung geraten, speziell ein Präparat namens Pronatal, welches Folsäure beinhaltet & deshalb sehr wichtig für das Baby und mich sein soll. Was raten Sie mir?
  • Solarium bringt die Haut zum Voraltern, aber das wird durch die Schwangerschaft weder positiv noch negativ beeinflusst. Günstige Auswirkung hat es für das Stillen: die Haut wird trockener und dadurch widerstandsfähiger. D.h. das Baby beißt die Brustwarze nicht so leicht wund. Wenn Sie sich ausgeglichen ernähren bzw. Vollwertprodukte zu sich nehmen, brauchen Sie keine Zusatzstoffe. Folsäure hat Bedeutung rund um das Schwanger werden.
Schon vor einiger Zeit wurde bei mir eine Gestationsdiabetes festgestellt. Seitdem ich es weiß, versuche ich konsequent, zu vermeiden und Kohlehydrate zu reduzieren. Bei meiner letzten Kontrolle beim Facharzt hat dieser gemeint, er würde mich gerne wieder in 2 Wochen sehen, anstatt in vier. Also war ich heute bei ihm im Krankenhaus und es wurde ein CTG und eine Doppleruntersuchung gemacht. Der Ultraschall hat ergeben, dass mein Baby zu groß/schwer ist und mein Facharzt hat gemeint, wenn es weiter so wachsen würde (Anfang 34. SSW, ca. 2700g), dann würde er eine frühzeitige Entbindung anraten. Ich würde gerne ihre Meinung zu der "Sache" hören! Warum sollte man da frühzeitig entbinden, welche Vor- bzw. Nachteile hat das....?
  • Ihr Facharzt hat recht gehandelt. Allerdings muss man sagen, dass das Wachstum des Kindes sofort, wenn der Zucker gut eingestellt ist, normal wird, d.h. sich verlangsamt. Ich würde noch keine Prognose abgeben, was sich wirklich in ein, zwei Wochen bezüglich der Größe Ihres Babys ergeben wird. Sollte das Wachstum tatsächlich nicht "eingebremst" werden können, so ist eine Einleitung der Geburt möglicherweise sinnvoll. Und weil Sie einen Rat hören wollen: hier ist er. Ich rate Ihnen, eine Expertin zum Thema Diabetes aufzusuchen, z.B. Frau Prof. Dr. Kinga Howorka im AKH (Tel. 40400 0). Sie dürfen sich dort auch gerne auf das Nussdorfteam berufen.
Gibt es im Fall von Ischiasbeschwerden in der Schwangerschaft irgendwelche Möglichkeiten den Schmerz zu lindern? Ich bin jetzt in der 31 SSW und kann zeitweise kaum noch auftreten (Schmerz zieht ins linke Bein).
  • Ihre Beschwerden sind etwas in der Schwangerschaft gar nicht Seltenes. Ein paar einfache Maßnahmen gibt es und wenn die nicht helfen, sollten Sie zum Orthopäden. Meistens ist ein zunehmendes Hohlkreuz die Ursache für Ischiasbeschwerden in der Schwangerschaft. Das kommt daher, dass die meisten Menschen viel zu wenig Bewegung machen und dann - selbst wenn sie das tun - wenig bis nichts für die Rückenmuskulatur. Ob es ein Hohlkreuz ist, können Sie leicht herausfinden. Sie stellen sich mit dem Rücken an eine Wand, sodass die Fersen und die Schulterblätter die Wand berühren. Können Sie mit der Hand dann zwischen Wand und Rücken hinein, so haben Sie ein Hohlkreuz. Nun nehmen Sie sich etwas Zeit und versuchen, Ihren Rücken mit der Wand Kontakt aufnehmen zu lassen. Meistens gelingt das - und damit haben Sie schon einen ersten Schritt getan. Diese Übung können Sie übrigens auch am Boden liegend machen. Ein hartes Bett ist auch zu empfehlen. Längerfristig hilft dann Wirbelsäulengymnastik. Dazu gibt es gute Bücher im Fachhandel.
Bin derzeit in der 30./31. SSW, zweites Kind, Plazenta: Vorderwand (Erste Schwangerschaft: Rückwand) Im Gegensatz zur ersten Schwangerschaft (Schwangerschaft und Geburt verliefen komplikationslos)befindet sich das Mädchen nach wie vor in der Beckenendlage (lt US bei den letzten beiden Vorsorgeuntersuchungen). Laut meinem Gefühl dreht sich das Mädchen auch nicht sehr viel, meinem Empfinden nach befindet sie sich bereits seit mehreren Wochen in derselben Position, was auch der Grund für meine Besorgnis ist. Meine Fragen: Sollte ich noch zuwarten - gibt es Übungen - ist es dafür noch zu früh - wie kann ich selbst die Lage des Babys überprüfen ? Können Sie mir dazu eine Antwort geben?
  • Gleich zur Beantwortung Ihrer Fragen zum Thema Beckenendlage (BEL):
  • 1. Normalerweise drehen sich Kinder zwischen der 28. und 33. Woche in ihre endgültige Lage. Allerdings kommt es auch später noch vor . Allerdings: je länger die Schwangerschaft dauert, desto unwahrscheinlicher wird eine spontane Drehung (das gilt übrigens auch bei Schädellagen: je länger die Schwangerschaft, desto unwahrscheinlicher die Drehung in eine BEL).
  • 2. Wir haben im Geburtshaus einen Stufenplan erarbeitet, wie wir mit der Situation BEL umgehen: ab 32. SSW Indische Brücke ab 34. SSW Akupunktur und Moxibustion ab Ende der 36. Woche Versuch der Drehung mittels äußerer Wendung (Erfolgschance ca. 70%). Kontakt mit Dr. Adam, Semmelweisklinik 01-47615-0. Bei erfolglosem Wendungsversuch Besprechung des Geburtsmodus: Versuch der vaginalen Geburt oder ein Kaiserschnitt. (siehe auch "Beckenendlage")