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Ambulante Geburt – „Daheim ist´s am Gemütlichsten“

Wir hatten keine Ahnung wie´s zu dritt sein würde, aber zwei konkrete Wünsche hatten wir, ambulante Geburt und Stillen. „Warum tust du dir das an“ – das war die meistgehörte Antwort auf unseren Plan gleich nach der Geburt nach Hause zu gehen. Doch wir waren beide fest überzeugt, daß es für uns drei der schönste und auch einfachste Weg ist einander kennenzulernen und die erste Zeit gemeinsam zu erleben. So sind wir dann – zwar leider nicht gleich, weil unsere kleine Emma, die 19 Tage zu früh zur Welt kam, nur müde war und nicht sofort an der Brust getrunken hat – einen Tag nach der Geburt im St. Josef ab in die eigenen vier Wände gedüst. Und das erste Gefühl auf der eigenen Couch zu sitzen war die Bestätigung „Daheim ist es am Gemütlichsten“. Im Nachhinein klingt´s anstrengender als ich es damals empfand aber aller Anfang ist schwer, so kostete auch unser Start einiges an Energien. Emma trank nur an einer Brust – wir verbrachten also die erste Woche mit liebevoller Unterstützung von Johanna quasi vollbeschäftigt mit Milch abpumpen, fingerfeeding und selbst zwischendurch noch essen was von Freund und Mama gekocht wurde (Milchbildungskugeln und Energiekugeln rundeten den Speiseplan ab). Auf jeden Fall war´s für mich einfacher daheim hausen zu können wie ich´s gewohnt war, eine Hebamme als Vertrauensperson zu haben die mit Rat und Tat zur Seite steht. Das alles im Krankenhaus so gut hinzukriegen könnte ich mir auch im Nachhinein nicht vorstellen. Den Unterschied bekam ich zu spüren nach einer Woche – Emma hatte starke Gelbsucht, und mußte ins Krankenhaus unter die Phototherapielampe – für mich war es dort die Hölle und einmal mehr waren gerade hier auch die telefonische Betreuung durch Johanna, das gute Zureden und ihre weiteren Besuche daheim sowie auch der Kontakt zur Stillberaterin absolut notwendig und hilfreich. Emma hat´s schließlich voll gecheckt – von Johanna „super Gretl“ (frei nach OÖ Mundart) getauft trinkt sie seit ihrer zweiten Lebenswoche an beiden Brüsten und gedeiht in ihrem glücklichen Zuhause.

Ambulante Geburt bedeutet für uns: Wohlfühlen, Ruhe und Gemütlichkeit; keine nervigen Besuche; das eigene Bett zum Kuscheln; eine Hebamme als liebvolle, kompetente Betreuung; Papa von Anfang an voll dabei; essen und zu trinken worauf man Gusto hat; nicht tausend Meinungen zu Stillen und Babypflege anhören müssen;

Dani Hackl

 

Ich bin am dritten Tag nach der Geburt meiner Tochter ohne Hebammenbetreuung nach Hause gegangen.
Sie war mein erstes Kind und es war neu, schön und ungewohnt – das Leben mit einem Neugeborenen. Sie hat nicht sehr viel getrunken, war eher ein unruhiges Kind und ich bin viel mit ihr auf und ab gegangen. Am 5. Tag musste ich mich deshalb wieder hinlegen, weil ich starke Nachwehen hatte. Ich wusste nicht, ob das alles „normal“ war und auch nicht, wie ich mit dieser Situation umgehen sollte, war unsicher und planlos.
Wie sehr hätte ich mir in dieser Zeit jemanden an meiner Seite gewünscht, den ich all das fragen kann, der mich unterstützt, mir meine große Unsicherheit und das Gefühl des Alleingelassenseins nimmt. Jemand, der mit solchen Situationen vertraut ist und erfahren.
Heute nach meinem 2. Kind weiß ich, dass alles im Wochenbett Durchlebte „normal“ ist –Mit einer Hebamme an der Seite viel, viel einfacher und entspannter.

Renate Gruber mit den Töchtern Valerie (13 J.) und Sophia (11 J.)

 

David ist unser erstes Kind und somit hatten wir vor der Geburt absolut keine Ahnung was es heißt, ein Baby zu versorgen und auch keine Vorstellung was da auf uns zukommt.

Ich bin kein großer Fan von Krankenhäusern, deshalb wollte ich nach der Geburt nur ein paar Tage im Krankenhaus bleiben und mich von einer Hebamme nachbetreuen lassen.
Beim Geburtsvorbereitungskurs wurde auch das Thema „ambulante Geburt“ angesprochen und uns wärmstens empfohlen.

Mein Mann und ich waren uns sehr unsicher, ob das wirklich das Richtige für uns ist, da im Krankenhaus ja immer jemand in der Nähe ist, den ich um Rat bitten kann.
Nach langem Überlegen stürzten wir uns ins Abenteuer.

Der Plan war, ein paar Stunden nach der Geburt in die eigenen vier Wände zurückzukehren, jedoch spielte mein Kreislauf da nicht mit und ich blieb mit meinem Sohn eine Nacht im Krankenhaus und bekam noch eine Infusion.
Es war schrecklich für mich, meinen Mann nach Hause schicken zu müssen und die erste Nacht nicht zu dritt verbringen zu können.

Am nächsten Morgen ging’s nach Haus und ab dann kam meine Hebamme fast jeden Tag zu uns und half bei kleinen und etwas größeren Problemen.

Für uns war es richtig „ambulant“ nach Haus zu gehen:

  • Mein Mann hat mich im Wochenbett unterstützt wo es nur ging und das hat uns noch mehr zusammengeschweißt
  • Ich hatte eine Ansprechperson bei Stillproblemen und nicht 3 Verschiedene, wie in der Krankenhausnacht
  • Meine Hebamme hat sich viel Zeit für uns genommen und uns in schwierigen Zeiten wieder aufgebaut
  • Wir hatten die ersten Tage nur für uns und genossen vom Krankenhaustrubel verschont zu sein
  • Ich konnte meine Hebamme jederzeit anrufen, wenn Probleme auftauchten
  • Mein Mann konnte mehr Zeit mit David verbringen und musste uns am Abend nicht verlassen
  • Während den „Heultagen“ war ich bei meinen Lieben und die Besucher der anderen Mütter sahen mir nicht beim Weinen zu
  • David und ich waren zu Haus beim Papa!

Kommt in ein paar Jahren vielleicht ein Geschwisterchen für David zur Welt, so werde ich mich bestimmt wieder für eine „ambulante Geburt“ und Nachbetreuung durch eine Hebamme entscheiden.

Claudia Pilshofer